{"id":4435,"date":"2017-09-15T12:31:44","date_gmt":"2017-09-15T10:31:44","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein.portal-schwedt.de\/?page_id=4435"},"modified":"2017-09-15T12:42:41","modified_gmt":"2017-09-15T10:42:41","slug":"wissenswertes-zum-gedenkstein","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/?page_id=4435","title":{"rendered":"Wissenswertes zum Erinnerungsstein"},"content":{"rendered":"<p>Nach seinem Amtsantritt hat K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. zwar einen gro\u00dfen Teil der markgr\u00e4flichen Dom\u00e4ne ver\u00e4u\u00dfert, aber Schwedt und Wildenbruch blieben in seinem Besitz. Die Ver\u00e4u\u00dferungen erfolgten zugunsten des durch Kriegkontribution schwer belasteten Staatss\u00e4ckel.<br \/>\nEs ist aus der Ortsgeschichte zu erfahren, dass sich K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. sp\u00e4ter wiederholt um seine Herrschaft Schwedt gek\u00fcmmert hat. So weilte auch in der besagten Zeit des Jahres 1821 der K\u00f6nig mit seiner Familie, K\u00f6nigin Luise von Mecklenburg-Strelitz, und den Kindern im Park von Monplaisir. Eine sch\u00f6ne alte Eiche unweit des Einganges hatte ganz besonders sein Wohlgefallen erregt und rastend hatte er mit seinen Kindern auf dort liegenden Steinen darunter, unter der Eiche, Platz genommen.<br \/>\nEinige patriotische Schwedter M\u00e4nner, sowie der Hofg\u00e4rtner Herrig nahmen diesen Besuch zum Anlass, diesen Stein zum Gedenken an die Anwesenheit des K\u00f6nigs zu setzen.<\/p>\n<p>Die betreffende Urkunde, wiedergegeben von Ludwig Boer in seinem Beitrag \u201cDer Gedenkstein in MonPlaisir\u201d im \u201cSchwedter Heimatbl\u00e4tter Nummer 19 7. Jahrgang vom 08. 12. 1935 lautet:<\/p>\n<p>\u201cVerhandelt zu Monplaisir bei Schwedt am vierzehnten Februar Eintausend achthundert zwei und zwanzig.<\/p>\n<p>Seine Majest\u00e4t der K\u00f6nig haben am 2. Oktober des vorigen Jahres den hiesigen Garten mit ihrem Besuch beehrt. Um ein Andenken dieses erfreulichen Ereignisses zu haben, beschlossen die Unterzeichneten ein einfaches Denkmal zu setzen. Es wurde ein Granitblock, der sich hierzu eignet, im hiesigen Garten aufgefunden, in diesen eine Platte vertieft eingehauen und darauf die Inschrift gesetzt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">II. OCTBR<br \/>\nMDCCCXXI (02. Oktober 1821)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dieser Stein wurde heute nachmittags um drei ein halb Uhr unter Trompetenschall feierlich an einer Eiche aufgestellt, an welcher Seine Majest\u00e4t bei ihrem Hier sein Wohlgefallen ge\u00e4u\u00dfert hat. Ein \u201clang lebe der K\u00f6nig\u201d beschloss die Feier.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zeugen der heutigen Feier waren: der k\u00f6nigliche Hofg\u00e4rtner Herrig von<br \/>\nhier,<br \/>\nder Syndikus Eisleben,<br \/>\nder Lehrer Fischer,<br \/>\nder Amtmann Gaede,<br \/>\nder Braueigner Beek<br \/>\nder Justizkammer Notar M\u00fcller<br \/>\ns\u00e4mtlich aus Schwedt .<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Diese Zeugen haben die gegenw\u00e4rtige Verhandlung nach geschehener Verlesung genehmigt und unterschrieben:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eisleben. Johann Beek. W Gaede. J. G. Herrig. M\u00fcller. Kellner.\u201d<\/p>\n<p>Der Erinnerungsstein musste erstmals 1882 erneuert werden.<br \/>\nNach der Wende fand man den Erinnerungsstein umgekippt und von Geb\u00fcsch \u00fcberwuchert, wo er vermutlich jahrzehntelang `schlummerte`. Im Auftrag des nach der Wende neu gegr\u00fcndeten Schwedter Heimatvereines e. V. und des Kulturbundes e. V. wurde dieser Stein vom Steinmetz der Friedhofsverwaltung restauriert. Am 13. September 1990 wurde er durch heimatgeschichtlich interessierte B\u00fcrger in seinem jetzigen Aussehen wieder aufgestellt.<br \/>\nWie ich eingangs andeutete, war der genannte K\u00f6nigsbesuch noch f\u00fcr jemand anderes von weittragender Bedeutung. Es handelt sich dabei um den 1805 in Schwedt geborenen und 1875 in Karlsruhe verstorbenen Adolf Schr\u00f6dter &#8211; Maler und Grafiker der D\u00fcsseldorfer Malschule und sp\u00e4terer Professor in Karlsruhe. Wie kam es zu diesen Werdegang?<br \/>\nSchr\u00f6dter war zu jener Zeit beim Schwedter Schlossg\u00e4rtner in der Lehre. Anl\u00e4sslich des hohen Besuches wollte er etwas besonderes tun. Er fasste den Plan, auf einer kleinen Anh\u00f6he des Lustgartens das Hohenzollernsche Hauswappen in m\u00f6glichst gro\u00dfen Verh\u00e4ltnissen darzustellen. Die Linien des Wappens waren durch gr\u00fcnen Rasen, die einzelnen Farben der Felder durch verschieden aussehenden Sand, ihre Wappentiere wieder durch Rasen bezeichnet. Sein G\u00e4rtnermeister Herrig war vom Ergebnis begeistert, ebenso alle, die es sahen. Als der K\u00f6nig es betrachtet hatte, lie\u00df er den jungen Mann vor sich kommen und schickte ihn dann nach Berlin zum Meister des Kupferstiches Buchhorn. So wurde aus dem G\u00e4rtnerburschen ein gro\u00dfer Maler und Kupferstecher.<br \/>\nEr war verheiratet mit Alwine Heuser aus Gummersbach, ebenfalls Malerin und Illustratorin.<br \/>\nIm Jahr 2010 wurde er mit 150 seiner Werke in der St\u00e4dtischen Galerie Karlsruhe geehrt. Sein bekanntestes Werk war die Illustration des B\u00fcchlein \u201cDon Quijote\u201d von 1834. Auch Goethes Lyrik wurde umrankt mit Schr\u00f6dterschen Arabesken.<br \/>\nEine Gedenksteinplatte am Giebel des Wohnhauses in Schwedt\/Oder, Vierradener Stra\u00dfe 4 &#8211; am Ort seines nicht mehr vorhandenen Geburtshauses &#8211; wurde aus Anlass seines 125. Geburtstages 1930 vom Schwedter Heimatverein gestiftet und aufgestellt.<br \/>\nMit diesem Aufsteller soll allen Interessierten Aufkl\u00e4rung gegeben werden, aus welchem Anlass dieser Stein existiert und welche Nachhaltigkeit ihm zu entnehmen ist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4445 size-full aligncenter\" src=\"http:\/\/heimatverein.portal-schwedt.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459.jpg 640w, http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459-200x150.jpg 200w, http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459-400x300.jpg 400w, http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459-350x263.jpg 350w, http:\/\/schwedter-heimatverein.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/img1459-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach seinem Amtsantritt hat K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. zwar einen gro\u00dfen Teil der markgr\u00e4flichen Dom\u00e4ne ver\u00e4u\u00dfert, aber Schwedt und Wildenbruch blieben in seinem Besitz. 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